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Wie Schule auf Mallorca Funktioniert

Auf Mallorca laufen drei Schulsysteme parallel, und welches davon deine Kinder erwischen, hängt mehr von eurer Adresse ab als von eurer Wahl. Dieser Guide erklärt, wie sich público, concertado und privado in der Praxis unterscheiden, was jede Schulstufe umfasst, wie die katalanisch-spanische Sprachfrage im Klassenalltag aussieht, welche Unterstützung es für Kinder ohne Katalanischkenntnisse gibt — und welche nicht —, und warum es auf der Insel keine einfache Rangliste der „besten Schulen” gibt. Die Bewerbungsfristen und das Punktesystem, das entscheidet, wer wo aufgenommen wird, stehen im Anmeldungs-Guide.

August 2026

Überblick

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Público, Concertado und Privado

Auf der Insel gibt es drei Schularten, und der Unterschied liegt in der Finanzierung und der Zulassung, nicht zwangsläufig in der Qualität. Público-Schulen werden direkt vom Govern de les Illes Balears betrieben: kostenlos, offen für jede Familie, mit Plätzen, die nach einem Punktesystem — dem Baremo — vergeben werden, nicht nach Anmeldereihenfolge. Concertado-Schulen sind privat geführt — oft von einem religiösen Orden oder einer Genossenschaft —, werden aber über einen concierto staatlich finanziert, eine Vereinbarung, die die Pflichtstufen von infantil bis ESO gesetzlich kostenlos macht. In der Praxis verlangen die meisten concertados trotzdem Gebühren für Zusatzleistungen: Material, Aktivitäten, Kantine und Ähnliches. Nationale Verbraucherstudien beziffern das auf 83–85% der concertados, die irgendeine Form von „freiwilliger” Gebühr erheben — für die Balearen gibt es dazu allerdings keine eigene Zahl, niemand hat geprüft, wie viele der Inselschulen das tatsächlich tun. Diese Zahl gilt also als Anhaltspunkt fürs spanische Festland, nicht als bestätigte lokale Tatsache. Privado-Schulen verlangen die volle Gebühr und stehen komplett außerhalb des staatlichen Zulassungsverfahrens: Man bewirbt sich direkt bei der Schule, nach deren eigenen Bedingungen und Fristen.

Die Schulstufen

Das spanische Schulsystem gliedert sich in Stufen, und zu wissen, welche für dein Kind gilt, ist für das Timing der Anmeldung wichtig. Die educació infantil beginnt mit dem 1r cicle, 0 bis 3 Jahre: kostenpflichtig, mit begrenzten Plätzen, und — anders als alles danach — kein gesetzlicher Anspruch, weshalb die Nachfrage das Angebot regelmäßig übersteigt. Der 2n cicle, 3 bis 6 Jahre, dreht das um: kostenlos und praktisch flächendeckend, mit der großen Mehrheit der Kinder angemeldet. Die primària deckt 6 bis 12 Jahre ab. Die ESO (Educació Secundària Obligatòria) geht von 12 bis 16 und ist Pflicht — hier endet die Schulpflicht. Ab 16 entscheiden sich Familien zwischen batxillerat (16–18, der akademische Weg zur Universität) und FP (formació professional, Berufsausbildung mit eigenen Zugangswegen und Fachrichtungen).

Unterrichtssprache

Die Unterrichtssprache ist das umstrittenste Thema an Mallorcas Schulen, und es lohnt sich, die tatsächlichen Regeln zu kennen, statt Partei zu ergreifen. Der Decret 92/1997 legte einen Mindestanteil von 50% des Unterrichts auf Katalanisch fest, über das gesamte Curriculum hinweg. Das balearische Bildungsgesetz von 2022 behielt diese 50%-Untergrenze bei und machte gleichzeitig sowohl Katalanisch als auch Spanisch zu offiziellen Unterrichtssprachen — beide dürfen zum Unterrichten genutzt werden, aber Katalanisch darf nicht unter die Hälfte fallen. Seit einem Pakt zwischen PP und Vox im November 2023 gibt es zusätzlich ein freiwilliges Programm: den Pla pilot de lliure elecció de llengua, der Familien an teilnehmenden Schulen erlaubt, mehr Unterrichtsstunden auf Spanisch zu beantragen. Im Schuljahr 2025/26 betrifft das 19 Schulen — alles concertados, keine público —, und das geplante Budget von rund 20 Millionen Euro wurde auf etwa 1 Million gekürzt. Ein weitergehender Vorstoß, die freie Sprachwahl an allen Schulen verpflichtend zu machen, wurde im balearischen Parlament abgelehnt — es gibt also seit August 2026 kein allgemein bindendes Gesetz zur freien Sprachwahl, nur das kleine freiwillige Pilotprogramm. Auch die Gerichte haben sich geäußert: Der Tribunal Superior de Justícia de les Illes Balears (TSJIB) bestätigte die 50%-Katalanisch-Untergrenze und wies gleichzeitig eine vorgeschlagene verpflichtende 25%-Spanisch-Quote zurück, in einem Urteil vom 4. September 2025. Die Lehrergewerkschaft STEI-i hat eine noch nicht entschiedene Klage gegen das Pilotprogramm selbst laufen und nennt es „sprachliche Segregation” zwischen teilnehmenden und nicht teilnehmenden Schulen; die Obra Cultural Balear lehnt es aus ähnlichen Gründen ab; die Regionalregierung stellt es als Wahlfreiheit für Familien dar. Beide Positionen werden in gutem Glauben vertreten, und keine geht über das hier Dargestellte hinaus. Die praktische Quintessenz für die Schulwahl: An der großen Mehrheit der público- und concertado-Schulen bleibt Katalanisch die Hauptunterrichtssprache, ungefähr an der gesetzlichen 50%-Grenze.

Unterstützung für neu zugezogene Kinder

Sprechen deine Kinder noch kein Katalanisch oder Spanisch, hängt die Unterstützung, die sie bekommen, stark vom Alter ab — und diese Lücke sollte man kennen, bevor man ankommt, nicht danach. PALIC (Pla d'Acollida Lingüística i Cultural) ist das offizielle Aufnahmeprogramm für neu zugezogene Schüler, gilt aber ausdrücklich nur für die Sekundarstufe, festgelegt in der Gründungs-Ordre vom 14. Juni 2002 und der zugehörigen Resolució vom 16. Februar 2018. Für die Grundschule gibt es kein gleichwertiges verbindliches Programm — nur eine unverbindliche Empfehlung aus dem Jahr 2010, die Orientacions per a l'elaboració del Pla d'Acollida a l'Educació Primària, an die Schulen nicht gebunden sind. Wo sie befolgt wird, schlägt sie 4 bis 10 zusätzliche Sprachförderstunden pro Woche für den 2n cicle vor (etwa 8 bis 10 Jahre) und 6 bis 12 Stunden pro Woche für den 3r cicle (etwa 10 bis 12 Jahre) — für den 1r cicle, 6 bis 8 Jahre, ist überhaupt kein Stundenkontingent vorgesehen. In der Praxis wird erwartet, dass die jüngsten neu ankommenden Kinder die Sprache über die normale Immersion im Klassenzimmer neben ihren Mitschülern aufnehmen, ganz ohne garantierte Sprachförderstunden. Das sollte man klar benennen, denn 6 bis 8 Jahre ist genau die Altersgruppe, in der viele Kinder zugezogener Familien landen.

Warum es keine Schul-Rangliste gibt

Eine Rangliste der „besten Schulen Mallorcas” wirst du nirgendwo finden, und das ist Absicht, kein Versehen. Schulinspektionsberichte der Balearen werden schlicht nicht veröffentlicht. Das IAQSE, das regionale Bewertungsinstitut, führt an jeder Schule diagnostische Tests durch, aber jede Schule erhält nur ihre eigenen Ergebnisse plus den regionalen Durchschnitt zum Vergleich — der erklärte Zweck ist, die Bildung von Ranglisten zu verhindern. PISA, der internationale Maßstab, den die meisten Eltern kennen, misst in Spanien auf regionaler Ebene, nicht auf Schulebene, sodass es einen PISA-Wert pro Schule gar nicht zu veröffentlichen gibt, selbst wenn man wollte. Was die regionalen PISA-Daten zeigen: Die Balearen erreichten 2022 in Mathematik 471 Punkte gegenüber einem nationalen Durchschnitt von 473, und die Region hat mit 18,2% die zweithöchste Schulabbrecherquote Spaniens — beides sind Zahlen für die ganze Region, kein Hinweis auf eine einzelne Schule. Das einzige saubere, überprüfbare Signal auf Schulebene, das es gibt, ist eine Akkreditierung: Ob eine Schule zum Beispiel den Status IB World School oder Cambridge trägt, lässt sich direkt bei der akkreditierenden Stelle nachprüfen, statt eine Behauptung zu sein, der man einfach vertrauen muss.

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